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Jährlich verleiht der Verein „Jugend Vorarlberg forscht“ den SPECIAL AWARD VORARLBERG für herausragende Leistungen in den Bereichen Energie- und Elektrotechnik, Umwelt und Nachhaltigkeit. Im September 2025 kam erstmals eine besondere Erweiterung hinzu: Die Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Vorarlberg stiftete den „HTL Vorarlberg Netzwerk Award“, der gezielt schulübergreifende Zusammenarbeit in den Mittelpunkt stellt.
Innovative Produkte sind häufig das Ergebnis von fach- und branchenübergreifender Kooperation. Neben technischem Know-how sind dabei auch wichtige Sozialkompetenzen gefragt – etwa Kommunikation, Koordination sowie interdisziplinäres Verständnis. Um diese Skills zu fördern, wurde der HTL Vorarlberg Netzwerk Award ins Leben gerufen. Der erste Preis ging an ein Projektteam von Schülern der HTL Bregenz und der HTL Dornbirn für die gemeinsame Diplomarbeit „Migration einer Heißkanalsimulations- Software“.
Die Projektidee wurde von der Meusburger Georg GmbH & Co KG initiiert und so aufgesetzt, dass Schüler:innen der Fachrichtung Kunststofftechnik der HTL Bregenz gemeinsam mit Informatik-Schüler:innen der HTL Dornbirn ihre jeweiligen Kompetenzen einbringen konnten. Die Auswahl der Projektteams erfolgte an beiden Standorten eigenständig. Dabei stießen die Themenstellung sowie die Zusammenarbeit mit einer anderen Schule von Anfang an auf großes Interesse.
Als betreuende Lehrpersonen begleiteten wir im Rahmen der Diplomarbeit den Arbeitsprozess und stellten sicher, dass die Aufgabenstellung und die Termine eingehalten werden.
Norbert Lenz, HTL DornbirnZiel des Projekts war die Modernisierung einer bestehenden Excel-VBA-Software zur Berechnung von Heißkanalsystemen. Diese Software wertet kundenspezifische Parameter aus und berechnet daraus relevante Größen wie Druck, Zeit und Temperatur – für eine verbesserte Performance, höhere Benutzerfreundlichkeit und eine flexible Darstellung unterschiedlicher Heißkanalsysteme.
Zu Projektbeginn arbeiteten die beiden Teams überwiegend getrennt, tauschten sich jedoch regelmäßig und vorwiegend eigenständig über Fortschritte und anstehende Aufgaben aus. In der Implementierungs- und Testphase wurden die Ergebnisse zusammengeführt. Die Kommunikation fand dabei sowohl online als auch an der HTL Dornbirn statt. Fachlich wurden die Teams von Betreuern aus dem Unternehmen begleitet, organisatorisch von den Lehrpersonen der Schulen.
Besonders hervorzuheben ist bei diesem Projekt der starke Praxisbezug. Anforderungen, technische Rahmenbedingungen sowie Änderungen während der Umsetzung entsprachen dem Setting realer Industrieprojekte. Auch das Ergebnis überzeugt in der echten Anwendung: Dank der entwickelten Software können Verkaufsmitarbeiter:innen anhand der Kundendaten rasch die optimalen Komponenten auswählen und konfigurieren – auch ohne tiefgreifendes Fachwissen über Heißkanäle.
Die Zusammenarbeit über zwei Schulen und Fachdisziplinen hinweg zeigte, wie wichtig es ist, die Sprache der jeweils anderen Fachrichtung zu verstehen. Zudem konnten die Schüler bei einem realen Industrieprojekt ihre fachlichen Kenntnisse in Informatik und Kunststofftechnik mithilfe moderner Technologien und Methoden vertiefen. Dabei wurden Kompetenzen wie Kommunikation, Problemlösung und effektives Teamwork gestärkt – wertvolle Fähigkeiten für die berufliche Zukunft.
2027 geht der HTL Vorarlberg Netzwerk Award in die nächste Runde. Denkbar wären dann ein Team aus allen drei HTLs oder sogar ein Mädchenteam.
Neben der fachlichen Unterstützung bei inhaltlichen Fragen gehört bei einer schulübergreifenden Diplomarbeit auch die enge Abstimmung zwischen den beteiligten Schulen zu unseren zentralen Aufgaben.
Jörg Maninger, HTL Bregenz