Die besten MitarbeiterInnen sind die, die man selbst ausbildet – und das mit möglichst viel Eigenverantwortung. Das weiß man auch bei Hilti in Thüringen und hat dort aus diesem Grund eigens eine Lehrlingsfirma gegründet. Mit beeindruckendem Ergebnis.

Lehrjahre sind keine Herrenjahre? Das sieht man bei Hilti in Thüringen ganz anders. Hier heißt es: Eigenverantwortung kann man nicht früh genug übernehmen – das motiviert, fördert das Teamwork und hilft, die Zusammenhänge in einem Unternehmen begreifbar zu machen. Und wo lässt sich all das besser erlernen als in einer eigenen Lehrlingsfirma, wie sie bei Hilti unterhalten wird.

Die Idee dahinter erläutert Daniel Bitschnau, Leiter der Berufsausbildung: „Wir wollen, dass die Lehrlinge betriebswirtschaftliche Zusammenhänge an praktischen Problemstellungen erkennen, und fördern dadurch das unternehmerische Denken. Dabei spielen natürlich die Selbständigkeit und das Übernehmen von Verantwortung eine große Rolle.“ Eine eigene Firma von Lehrlingen für Lehrlinge ist da nur der konsequente Schritt – und in dieser Form sicherlich einzigartig im Technikland Vorarlberg.

Denn hier haben die Auszubildenden alles selbst im Griff: Vom realen Auftragseingang mit Angebotserstellung sowie anschließender Konstruktion, Produktion, Qualitätskontrolle bis hin zur Logistik und Buchführung geht hier alles seinen Weg wie im echten (Wirtschafts-)Leben. Angefragt werden die Youngsters von Hilti-Kunden, werkintern und international. So benötigt das Hilti Tool Service Center oder der Prototypenbau von ihnen beispielsweise Reparaturw oder Kleinserien aus der Metallzerspanung. Los geht es in der Lehrlingsfirma bei Hilti für alle Auszubildenden ab dem zweiten Lehrjahr.

Ausbilder Markus Grass betont dazu: „Mir ist es sehr wichtig, dass die Lehrlinge nach der Grundausbildung im ersten Lehrjahr das gelernte Wissen nicht anhand von weiteren Lehrstücken vertiefen, sondern mit Fertigungsteilen, die bei uns in Vorrichtungen und Montageanlagen verbaut werden. Sie bekommen ein besseres Gefühl dafür, was Qualität bedeutet, wenn das gefertigte Produkt in eine komplette Anlage integriert ist.“ Vor diesem Hintergrund hat die Lehrlingsfirma im vergangenen Jahr übrigens 100.000 Euro umgesetzt – Tendenz steigend!

Das Beste: Die erwirtschafteten Gewinne dürfen gleich wieder in die eigene Firma investiert werden, vor allem in neue Technologien und die Digitalisierung. Gerade vor Kurzem in Betrieb genommen wurden zum Beispiel ein KUKA-Roboter und eine Festo-Industrie-
4.0-Anlage. Spezielle Apps, die Arbeitsabläufe erleichtern, werden weiterentwickelt. Am Ende zahlen sich die vielen Freiheiten für den Nachwuchs für Hilti aus: Die Lehrstellen sind äußerst beliebt und der Bedarf an Fachkräften kann gut abgedeckt werden.

Daniel Bitschnau, Leiter der Berufsausbildung